Bild "Adiyogi Shiva"
In ihrem Gemälde "Adiyogi Shiva" zeigt Kalyani den Gott Shiva in seiner Rolle als meditierenden Asketen und spirituellen Lehrer. Der Titel Adiyogi bedeutet sinngemäß "der erste Yogi" und verweist auf eine Tradition, in der Shiva als Ursprung yogischer Erkenntnis und Meditation verstanden wird. Kalyani stellt ihn inmitten einer mächtigen Gebirgslandschaft dar, die an den Himalaya und den heiligen Berg Kailash erinnert – jenen Ort, der in der hinduistischen Überlieferung eng mit Shiva verbunden ist.
Shiva sitzt ruhig auf einem Tigerfell, die Beine gekreuzt und den Blick leicht nach innen gerichtet. Zahlreiche traditionelle Attribute machen ihn unmittelbar erkennbar. Auf seiner Stirn befinden sich die drei waagerechten Linien, das Tripundra, und in ihrer Mitte das dritte Auge. Dieses steht für eine Wahrnehmung, die über das unmittelbar Sichtbare hinausgeht, und wird mit Erkenntnis und spiritueller Einsicht verbunden. Auch die Mondsichel in seinem aufgebundenen Haar gehört zu den charakteristischen Kennzeichen Shivas.
Links neben ihm erhebt sich der Trishula, der Dreizack Shivas. An ihm ist die kleine sanduhrförmige Trommel Damaru befestigt. Beide gehören zu den bekanntesten Symbolen des Gottes. Der Dreizack verweist auf Shivas umfassende göttliche Macht, während der Rhythmus der Damaru in der hinduistischen Bildsprache mit Schöpfung und kosmischer Bewegung verbunden wird. Die Schlange, die sich neben seinem Hals aufrichtet, verstärkt den Eindruck von Wachsamkeit und beherrschter Kraft. Mehrere Gebetsketten erinnern zugleich an Askese, Meditation und die Abkehr von äußerem Besitz.
Eine besondere Stellung nimmt der rechts dargestellte Shiva-Lingam ein. Der Lingam ist eine der wichtigsten nicht gegenständlichen Darstellungsformen Shivas und wird als Zeichen seiner göttlichen und schöpferischen Kraft verehrt. Kalyani hebt ihn durch seine Größe und die helle, beinahe fließende Umhüllung deutlich hervor. Über ihm erscheint erneut Shivas drittes Auge mit den drei waagerechten Linien. So entsteht innerhalb des Bildes eine Verbindung zwischen Shiva in menschlicher Gestalt und seiner abstrakten, symbolischen Form.
Die warmen Erd-, Gold- und Rottöne stehen in einem spannungsvollen Gegensatz zu den hellen Gipfeln der Gebirgslandschaft. Shiva wirkt dadurch zugleich erdverbunden und entrückt. Trotz der Vielzahl religiöser Symbole strahlt die Szene keine Unruhe aus: Die zentrale Figur bleibt vollkommen gesammelt. In einer Hand hält Shiva eine Gebetskette, während ein Gefäß in der anderen die asketische Einfachheit seiner Lebensweise unterstreicht.
Kalyanis "Adiyogi Shiva" ist damit nicht nur die Darstellung einer hinduistischen Gottheit, sondern auch ein Bild über Meditation, Konzentration und die Suche nach innerer Erkenntnis. Shiva erscheint als ruhender Mittelpunkt einer von gewaltigen Kräften geprägten Welt. Das Gemälde erinnert daran, dass Stärke nicht allein in äußerer Bewegung liegt, sondern ebenso in Stille, Selbstbeherrschung und der Fähigkeit, den Blick nach innen zu richten.
Angaben zum Werk
| Bilddetails | |
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| Entstehungsjahr | 2024 |
| Größe (Höhe x Breite) | ca. 70 cm x 60 cm |
| Maltechnik | Acryl auf Leinwand |
| Signatur | Kalyani |
Musikalische Bildbetrachtung
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Adiyogi Shiva
Unter dem Künstlernamen Kalyani präsentiert die Malerin Svitlana Shapovalova aus der Nähe von Kiel farbenreiche Werke voller Ruhe und Spiritualität. Ihre familiären Wurzeln liegen in Russland und der Ukraine, während Norddeutschland seit vielen Jahrzehnten ihr Zuhause ist. Inspiration findet sie vor allem im Yoga, in zahlreichen Indienaufenthalten und in der indischen Kultur. Ihre Bilder erzählen von Harmonie, Bewegung, innerer Balance und Lebensfreude. Seit 2022 signiert sie ihre Werke mit "Kalyani", einem Namen aus dem Sanskrit, der unter anderem "die Segensreiche" bedeutet.