Bild "Göttin Durga"
In diesem Gemälde widmet sich Kalyani der indischen Göttin Durga, einer der bedeutendsten und vielschichtigsten Gestalten des Hinduismus. Durga verkörpert die göttliche weibliche Kraft, die im Sanskrit als "Shakti" bezeichnet wird. Sie steht für Mut, Schutz, Weisheit und die Fähigkeit, selbst mächtigen Bedrohungen entschlossen entgegenzutreten. Gleichzeitig wird sie als fürsorgliche göttliche Mutter verehrt, die ihre Anhänger beschützt und ihnen innere Stärke verleiht.
In traditionellen Darstellungen erscheint Durga häufig mit mehreren Armen und auf einem Löwen oder Tiger reitend. Die zahlreichen Arme verdeutlichen ihre außergewöhnliche Kraft und ihre Fähigkeit, an vielen Orten zugleich zu wirken. In ihren Händen trägt sie unterschiedliche Waffen und symbolische Gegenstände, die ihr nach der Überlieferung von verschiedenen Göttern übergeben wurden. Dazu gehören unter anderem ein Dreizack, ein Schwert, ein Bogen, ein Diskus und ein Muschelhorn. Gemeinsam stehen diese Attribute für Entschlossenheit, Erkenntnis, Selbstbeherrschung und die Überwindung von Unwissenheit.
Besonders bekannt ist Durga als Mahishasuramardini, die Bezwingerin des Büffeldämons Mahishasura. Der Dämon bedrohte die göttliche und weltliche Ordnung und konnte von den männlichen Göttern nicht besiegt werden. Erst Durga, in der sich ihre Kräfte vereinigten, war ihm gewachsen. Ihr Sieg gilt als Sinnbild für den Triumph des Guten über das Böse und für die Wiederherstellung des kosmischen Gleichgewichts.
Dabei verkörpert Durga nicht allein den Kampf gegen äußere Gefahren. Die von ihr besiegten Dämonen können ebenso als Sinnbilder für innere Hindernisse verstanden werden – etwa Angst, Hochmut, Gier, Unwissenheit oder Selbstzweifel. Ihre oft ruhige und würdevolle Erscheinung macht deutlich, dass wahre Stärke nicht aus Zorn entsteht, sondern aus Klarheit, Verantwortung und dem Wunsch, das Leben zu schützen.
Kalyanis Auseinandersetzung mit Durga verbindet damit kraftvolle Bildsprache und spirituelle Tiefe. Das Gemälde kann als Einladung verstanden werden, die eigene innere Stärke zu entdecken, Ängsten mutig zu begegnen und auch in schwierigen Situationen Vertrauen und Zuversicht zu bewahren.
Unter dem Künstlernamen Kalyani präsentiert die Malerin Svitlana Shapovalova aus der Nähe von Kiel farbenreiche Werke voller Ruhe und Spiritualität. Ihre familiären Wurzeln liegen in Russland und der Ukraine, während Norddeutschland seit vielen Jahrzehnten ihr Zuhause ist. Inspiration findet sie vor allem im Yoga, in zahlreichen Indienaufenthalten und in der indischen Kultur. Ihre Bilder erzählen von Harmonie, Bewegung, innerer Balance und Lebensfreude. Seit 2022 signiert sie ihre Werke mit „Kalyani“, einem Namen aus dem Sanskrit, der unter anderem „die Segensreiche“ bedeutet.