Bild "Göttin Kali"
In diesem ausdrucksstarken Gemälde zeigt Kalyani die indische Göttin Kali als mächtige, zugleich aber auch schützende Gestalt. Vor einem leuchtend roten, von Feuer und Bewegung erfüllten Hintergrund erscheint sie mit blauer Haut, weit ausgebreiteten Armen und einem goldenen Strahlenkranz. Ihre herausgestreckte rote Zunge, das lange schwarze Haar und die Kette aus Schädeln verleihen ihr eine eindringliche und zunächst furchterregende Erscheinung. Dennoch verkörpert Kali nicht das Böse. Ihre Kraft richtet sich vielmehr gegen Unwissenheit, Angst, Täuschung und zerstörerische Formen des menschlichen Ego.
Die zehn Arme verdeutlichen Kalis übermenschliche Macht und ihre Fähigkeit, auf vielfältige Weise zugleich zu wirken. In ihren Händen hält sie unterschiedliche Waffen und Gegenstände, darunter einen Dreizack, ein Schwert, einen Bogen, einen Schild und einen Diskus. Sie können als Sinnbilder für Entschlossenheit, Erkenntnis und die Überwindung innerer Hindernisse verstanden werden. Die brennende Schale verweist auf reinigendes Feuer und Wandlung, während der abgetrennte Kopf für das besiegte Ego oder die Überwindung zerstörerischer Kräfte stehen kann. Andere Handhaltungen vermitteln Schutz und zeigen, dass Kali trotz ihrer wilden Erscheinung auch als göttliche Mutter verehrt wird.
Besonders prägend ist die Darstellung Shivas unter Kalis Füßen. Einer bekannten Überlieferung zufolge geriet Kali nach ihrem Sieg über dämonische Mächte in einen unaufhaltsamen Tanz. Um sie zu beruhigen, legte sich Shiva in ihren Weg. Als Kali erkannte, dass sie auf ihm stand, hielt sie inne und streckte erschrocken die Zunge heraus. Im Gemälde verkörpert Shiva das ruhende Bewusstsein, während Kali für die bewegte, schöpferische und verwandelnde Energie steht.
Die Schädelkette und die feurige Umgebung erinnern an die Vergänglichkeit des Lebens. Zugleich vermitteln die Menschen und tanzenden Gestalten im Hintergrund eine Atmosphäre ritueller Bewegung und spiritueller Intensität. Kalyanis Gemälde zeigt Kali damit als Göttin des radikalen Wandels: Sie fordert dazu auf, Ängste anzunehmen, alte Bindungen loszulassen und aus Umbrüchen neue Kraft zu gewinnen.
Unter dem Künstlernamen Kalyani präsentiert die Malerin Svitlana Shapovalova aus der Nähe von Kiel farbenreiche Werke voller Ruhe und Spiritualität. Ihre familiären Wurzeln liegen in Russland und der Ukraine, während Norddeutschland seit vielen Jahrzehnten ihr Zuhause ist. Inspiration findet sie vor allem im Yoga, in zahlreichen Indienaufenthalten und in der indischen Kultur. Ihre Bilder erzählen von Harmonie, Bewegung, innerer Balance und Lebensfreude. Seit 2022 signiert sie ihre Werke mit „Kalyani“, einem Namen aus dem Sanskrit, der unter anderem „die Segensreiche“ bedeutet.