Bild "Sonnengott"
In ihrem Gemälde "Sonnengott" widmet sich Kalyani dem hinduistischen Sonnengott Surya. Er erscheint als erhabene Gestalt auf einem prächtigen Himmelswagen, der von sieben weißen Pferden gezogen wird. Diese Darstellung gehört zu den charakteristischen Motiven der indischen Kunst: Surya durchquert auf seinem Wagen den Himmel und bringt der Welt Licht, Wärme und Lebenskraft. Die sieben Pferde werden unter anderem mit den sieben Tagen der Woche in Verbindung gebracht.
Kalyani stellt den Sonnengott im Mittelpunkt eines mächtigen goldenen Strahlenkranzes dar. Die kreisförmige Sonnenscheibe hinter seinem Kopf und die weit nach außen gerichteten Strahlen lassen ihn selbst zur Quelle des Lichts werden. Seine Krone, der Schmuck und die goldfarbenen Verzierungen unterstreichen seine göttliche Würde. Die erhobene rechte Hand wirkt wie eine schützende oder segnende Geste und vermittelt Ruhe, Zuversicht und Wohlwollen.
Vor dem Wagen bewegen sich sieben reich geschmückte Pferde in einer geschlossenen Reihe auf die Betrachtenden zu. Ihre weißen Körper heben sich deutlich vom violetten Hintergrund und von den warmen Gold-, Rot- und Orangetönen ab. Die Tiere verkörpern Bewegung, Kraft und den unaufhaltsamen Lauf der Zeit. Zugleich entsteht der Eindruck, als würde der Sonnenwagen unmittelbar aus dem Bildraum hervortreten. In traditionellen Darstellungen wird Surya ebenfalls auf einem von sieben Pferden gezogenen Wagen gezeigt.
Besonders eindrucksvoll sind die metallisch glänzenden, goldfarbenen Flächen. Sie wurden von Kalyani während der Entstehung des Werkes auf einzelne Bereiche des Bildes aufgebracht. Im Licht verändern diese Akzente ihre Wirkung und lassen den Strahlenkranz, den Schmuck und die Mähnen der Pferde lebendig schimmern. Dadurch wird das Licht nicht nur dargestellt, sondern beinahe körperlich erfahrbar. Die wehenden Stoffbahnen um den Sonnengott verstärken zusätzlich den Eindruck von Geschwindigkeit, Wärme und strömender Energie.
Surya steht in diesem Gemälde nicht allein für die sichtbare Sonne. Er kann ebenso als Sinnbild für Klarheit, Erkenntnis, Beständigkeit und die täglich wiederkehrende Erneuerung des Lebens verstanden werden. Kalyanis "Sonnengott" erinnert daran, dass nach jeder Dunkelheit erneut Licht erscheint. Das Werk verbindet traditionelle indische Symbolik mit einer persönlichen, farbintensiven Bildsprache und lädt dazu ein, die Sonne als Quelle äußerer wie innerer Kraft wahrzunehmen.
Unter dem Künstlernamen Kalyani präsentiert die Malerin Svitlana Shapovalova aus der Nähe von Kiel farbenreiche Werke voller Ruhe und Spiritualität. Ihre familiären Wurzeln liegen in Russland und der Ukraine, während Norddeutschland seit vielen Jahrzehnten ihr Zuhause ist. Inspiration findet sie vor allem im Yoga, in zahlreichen Indienaufenthalten und in der indischen Kultur. Ihre Bilder erzählen von Harmonie, Bewegung, innerer Balance und Lebensfreude. Seit 2022 signiert sie ihre Werke mit „Kalyani“, einem Namen aus dem Sanskrit, der unter anderem „die Segensreiche“ bedeutet.