Bild "Mediation II"
In "Meditation II" verzichtet Kalyani weitgehend auf erkennbare Figuren und Landschaften. Stattdessen entsteht aus kräftigen Blau-, Türkis-, Violett- und Rottönen ein vielschichtiger Farbraum, der von einer leuchtenden gelben Form durchzogen wird. Die unregelmäßigen Flächen und sichtbaren Pinselstrukturen erzeugen Bewegung und lassen das Bild zugleich offen für persönliche Deutungen.
Das tiefe Blau kann als Ausdruck von Stille, Weite und innerer Sammlung verstanden werden. Es erinnert an Wasser, Nachthimmel oder einen nicht näher bestimmten geistigen Raum. Die gelbe Form hebt sich wie ein Licht, eine Flamme oder eine aufsteigende Energie aus ihrer Umgebung hervor. Je nach Betrachtung kann sie als menschliche Gestalt, als Weg, als inneres Zentrum oder einfach als reine Lichtempfindung wahrgenommen werden. Gerade diese Offenheit macht einen wesentlichen Reiz des Bildes aus.
Anders als bei "Meditation I", wo Gedanken und spirituelle Eindrücke in einzelnen Szenen sichtbar werden, scheint sich hier alles Gegenständliche in Farbe und Bewegung aufzulösen. Die Meditation hat eine tiefere, wortlose Ebene erreicht: Bilder, Erinnerungen und Vorstellungen treten zurück, während Licht, Farbe und Empfindung in den Vordergrund rücken.
Gemeinsam bilden "Meditation I" und "Meditation II" ein zusammengehöriges Paar. Das erste Werk zeigt den inneren Weg anhand symbolischer Stationen, das zweite dessen Verdichtung zu einer abstrakten Erfahrung. So erzählen beide Bilder von der Suche nach Ruhe, Erkenntnis und einem Licht, das aus dem eigenen Inneren entsteht.
Unter dem Künstlernamen Kalyani präsentiert die Malerin Svitlana Shapovalova aus der Nähe von Kiel farbenreiche Werke voller Ruhe und Spiritualität. Ihre familiären Wurzeln liegen in Russland und der Ukraine, während Norddeutschland seit vielen Jahrzehnten ihr Zuhause ist. Inspiration findet sie vor allem im Yoga, in zahlreichen Indienaufenthalten und in der indischen Kultur. Ihre Bilder erzählen von Harmonie, Bewegung, innerer Balance und Lebensfreude. Seit 2022 signiert sie ihre Werke mit „Kalyani“, einem Namen aus dem Sanskrit, der unter anderem „die Segensreiche“ bedeutet.